Die Geschichte des historischen Ostbahnhofs

Bauplan

Am 16.11.1897 wird die Kleinbahn Hoya-Syke-Asendorf gegründet und mit dem Bau einer Schmalspurstrecke begonnen, die am 6.6.1900 in Betrieb genommen wird. An dieser Strecke liegt auch die bis 1929 selbständige Gemeinde Bruchhausen. Die dortige Station „Bruchhausen-Ost“ wird auf dem Streckenbauplan als „Haltestelle Bruchhausen“, in alten Fahrplänen als „Maidamm“ bezeichnet. „Maidamm“ bedeutet „In das Grasland führender Damm“, was vom mittelniederdeutschen Wort „Made“ gleich „Wiese“ bzw. dem neuniederdeutschen „Made, Mai“ gleich „Grasland“ abgeleitet werden kann. Die Straße im Bruchgebiet Bruchhausens trägt daher auch heute noch den Namen „Maidamm“. Die Vermutung, hier habe bis ins späte Mittelalter ein herrschaftliches Pferdegestüt seinen Sitz gehabt und „Maidamm“ leite sich von "Meidem" gleich "männliches Pferd" ab, wird dagegen stark bezweifelt.
Bahnhof 1900

Das Bahnhofsgebäude wird ebenfalls 1900 erbaut und mit Eröffnung der Bahnstrecke in Betrieb genommen. 
Der Rotziegelbau hat stark ausgeprägte Fenster- und Türeinfassungen und eine abgesetzte Sockelblende. Im Erdgeschoss ist der Warteraum für die Fahrgäste mit Ausschank, eine Küche und ein Dienstzimmer für den Bahnhofsvorsteher. Außerdem befindet sich natürlich dessen Wohnung in dem Gebäude. Im Anbau gibt es einen Güterschuppen sowie Toiletten. Diese Bauweise gilt als typisch für die Niedersächsische Kleinbahn und wird in dieser Zeit häufig so oder ähnlich gebaut.
Kindermann

Um die Probleme durch die unterschiedlichen Spurweiten (Eystrup-Hoya: Normalspur, Hoya-Syke: Schmalspur) zu beseitigen, beginnen im Frühjahr 1963 die ersten Arbeiten zur Umspurung des Schmalspurabschnitts auf Normalspur.
Am 25.05.1963 wird der Abschnitt Hoya – Bruchhausen-Vilsen von der Bundeswehr im Zusammenhang mit einer “Übung” auf Normalspur umgespurt.
Am 17.01.1966 sind die Arbeiten abgeschlossen und der erste normalspurige Zug kann von Eystrup nach Syke fahren.
Lediglich die Abzweigstrecke von Bruchhausen-Vilsen nach Asendorf bleibt Schmalspurstrecke, hier verkehrt heute die Museumseisenbahn.
1967

Da der Verkehr mit Linienbussen weitaus flexibler ist und so auch die langen Wege zu den Haltepunkten der Bahnstrecke entfallen, wird am 01.10.1972 der gesamte Personenverkehr auf der Schiene eingestellt. 
Ein Spediteur und Gastwirt kauft das Bahnhofsgebäude und später wird es zu einer Bar umgebaut. 
Am 26.08.1995 fährt zum ersten Mal seit der Einstellung des Personenverkehrs wieder ein Triebwagen zwischen Eystrup und Bruchhausen-Vilsen und bringt seitdem jedes Jahr viele Besucher zum Brokser Markt. Der Bahnhof „Bruchhausen-Ost“ gilt dabei jedoch lediglich als Bedarfshaltestelle.

Fernansicht

Seit dem 01.05.2007 fährt in den Sommermonaten mit dem “Kaffkieker” wieder regelmäßig ein Triebwagen zwischen Eystrup und Syke. Fahrgäste können nun wieder - als touristisches Angebot - die etwa 37 km lange Strecke befahren.
Nach einem Brand erwirbt die Gemeinde Bruchhausen-Vilsen im Jahr 2006 das Gebäude und verkauft es ab 2009 mehrfach private Investoren. Es gibt mehrere erfolglose Sanierungsversuche. 

Der 2014 geplante Abriss des Gebäudes kann im letzten Moment verhindert werden und erste Ideen und Konzepte werden entwickelt.
Neues Dach

Bevor es an die Detailplanungen gehen kann, sind vor dem Winter Sicherungsmaßnahmen dringend erforderlich: 
Erneuerte Deckenbalken geben dem Gebäude die notwendige zusätzliche Stabilität. Der Dachstuhl wird erneuert und das Dach provisorisch geschlossen, um weiteres Eindringen von Feuchtigkeit zu vermeiden. 
In mehreren ehrenamtlichen Arbeitseinsätzen wird das Gebäude entmüllt, Leichtbau-Trennwände und Verkleidungen werden entfernt, loser Putz abgeschlagen sowie überflüssige Rohre und Leitungen ausgebaut.